Asia Transfer · Einblicke
Lualhati Bautista: „Die 70er“
Buchmesse in Frankfurt – hier kommt meine Wochenend-Leseempfehlung aus dem diesjährigen Gastland, den Philippinen – eindringlich, politisch, berührend: Lualhati Bautista: „Die 70er“

Ein Familienroman als Seismograf einer ganzen Gesellschaft: Amanda Bartolome, Mutter von fünf Söhnen in Manila, tastet sich durch das Jahrzehnt des Kriegsrechts unter Ferdinand Marcos und entdeckt ihre eigene Stimme. Was wie eine intime Familienchronik beginnt, wird zum politischen Erwachen: Hausdurchsuchungen, Proteste, Gefängnis, Verlust und die Frage, wie man anständig bleibt, wenn der Staat es nicht ist. Das ist große, klare Prosa mit Wucht.
Warum fürs Wochenende?
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Zeitdokument & Pageturner: Geschichtsstunde ohne Zeigefinger – spannend wie ein Thriller, präzise wie ein Protokoll der 1970er auf den Philippinen.
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Starke Frauenfigur: Amandas Emanzipation zwischen Küche, Kaserne und Komitee – eine Figur, die lange nachhallt.
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Frisch auf Deutsch: Endlich als „Die 70er“ bei Orlanda erschienen, übersetzt von Annette Hug
Kontext: Der Roman (Originaltitel „Dekada ’70“, 1983) gilt als Meilenstein der philippinischen Literatur über Diktatur und Widerstand; er wurde vielfach adaptiert und ausgezeichnet. Perfekt, wenn Sie Literatur schätzen, die gesellschaftliche Fragen durch die Lupe einer Familie erzählt.
Für wen?
Für alle, die „Die Jahre“ (Annie Ernaux) oder „Der Report der Magd“ mögen und politische Literatur suchen, die nicht predigt, sondern nah an Menschen bleibt.
Wo beginnen?
Gleich rein: Kapitel eins stellt Amanda, ihren Mann Julián und die fünf Söhne vor – und legt den Ton fest: leise, genau, unbestechlich. Danach lässt es einen so schnell nicht mehr los.
Gute Lektüre und ein waches Wochenende!
