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„Tokyo Girls Club“ von Asako Yuzuki

Asia Transfer · Einblicke

„Tokyo Girls Club“ von Asako Yuzuki

Wie nah kann Freundschaft an Besessenheit grenzen?

·Interkulturelle Perspektiven

„Tokyo Girls Club“ von Asako Yuzuki

In „Tokyo Girls Club“ erzählt Asako Yuzuki von zwei Frauen in Tokio, die auf den ersten Blick kaum etwas gemeinsam haben. Eriko hat einen angesehenen Job in einer Handelsfirma, wirkt kontrolliert, ehrgeizig, makellos und ist innerlich einsam. Shoko dagegen ist Hausfrau, lebt scheinbar ziellos in den Tag hinein und schreibt in ihrem Blog „Tagebuch einer nutzlosen Ehefrau“ über ein Leben, das so gar nicht zu den Erwartungen an eine perfekte japanische Ehefrau passt. Als Eriko auf Shokos Blog stößt, wird aus Neugier schnell Faszination. Eine zufällige Begegnung bringt die beiden Frauen zusammen, doch was zunächst wie eine ungewöhnliche Verbindung aussieht, kippt nach und nach in etwas Dunkleres. Als Shoko plötzlich aufhört zu bloggen und sich entzieht, kippt Erikos Faszination in eine gefährliche Besessenheit.

Warum sollten Sie dieses Buch lesen?

Weil „Tokyo Girls Club“ ein psychologisch scharfer Roman über Einsamkeit, Projektion und weibliche Rollenbilder ist. Asako Yuzuki zeigt, wie viel Druck auf Frauen lastet: funktionieren im Beruf, funktionieren in der Ehe, funktionieren als Tochter, Kollegin, Freundin und dabei möglichst nie bedürftig, wütend oder überfordert wirken. Genau dort wird der Roman ungemütlich und gut.

Das Besondere ist: Yuzuki erzählt nicht moralisch von oben herab. Sie interessiert sich für die Risse in der Fassade. Für die Frage, warum Menschen sich an andere klammern, die sie kaum kennen. Und dafür, wie schnell Bewunderung, Neid und Einsamkeit ineinander übergehen können.

Asako Yuzuki, geboren 1981 in Tokio, ist eine vielfach ausgezeichnete japanische Autorin. Mit „Butter“ wurde sie international bekannt; der Verlag bezeichnet den Roman als Weltbestseller. „Tokyo Girls Club“ erscheint auf Deutsch bei Blumenbar/Aufbau in der Übersetzung von Ursula Gräfe.

„Tokyo Girls Club“ ist eine Empfehlung für Sie, wenn Sie Literatur mögen, die leise beginnt und dann immer unangenehmer unter die Haut geht. Kein Wohlfühlroman – eher ein präzises Psychogramm über Nähe, Neid und das toxische Potenzial einer Freundschaft, die vielleicht nie wirklich eine war.

Hier geht es direkt zum Buch:
https://bit.ly/3OMiHd0