Asia Transfer · Einblicke
Fuminori Nakamura – „Der Dieb“ (Orig.: Suri, dt. Übersetzung: Thomas Eggenberg).
Darum sollten Sie das Buch lesen: Das ist Literary Noir aus Japan. Weil „Der Dieb“ nicht nur Spannung baut, sondern auch eine Frage stellt, die nachhallt: Wie wird ein Leben zur Rolle und wann kommt man da wieder raus?

Nakamura schreibt knapp und kühl, aber mit einem Sog, der aus der Großstadt ein moralisches Labor macht: Nähe ohne Beziehung, Bewegung ohne Richtung.
Darum geht es: Der Protagonist ist ein Taschendieb mit Prinzipien. Er arbeitet in Tokios Gedränge – U-Bahn, Rolltreppen, Menschenströme – und lebt ansonsten zurückgezogen, fast unsichtbar. Er stiehlt ohne Gewalt, bevorzugt Wohlhabende, und Geld ist für ihn eher Rausch als Ziel. Dann taucht ein kleiner Junge auf, der unbedingt von ihm lernen will – und zugleich drängt sich die Vergangenheit wieder ins Bild. Aus dem „sauberen“ Solo-Handwerk wird ein Netz aus Abhängigkeiten.
Über den Autor: Fuminori Nakamura (geb. 1977) gehört zu den wichtigsten Stimmen des modernen japanischen Noir. Für Suri / The Thief erhielt er den Ōe-Kenzaburō-Preis (2010).
Ich wünsche Ihnen interessante Lesestunden:
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